Konservative Therapie| 09.02.2024

Medikamentöse Therapie

Was hat sich aktuell in der medikamentösen Behandlung der Adipositas und des Übergewichtes mit Saxenda und neu Wegovy verändert?

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von Dr. med. Iglika Hübenthal

Nach dem Saxenda (Liraglutide) im April 2020 als kurzwirksamer GLP-1-Rezeptoragonist zur Behandlung bei erwachsenen Personen – mit einem BMI über 35 kg/m2 oder einem BMI über 28 kg/m² bei dem gleichzeitigen Vorliegen gewichtsbedingter Begleiterkrankungen (Prädiabetes, arterielle Hypertonie, Dyslipidämie) – zugelassen wurde und die Kosten dieser Therapie von der Krankenversicherung übernommen wurden, hat sich insbesondere 2023 sehr vieles verändert.

Seit der Veröffentlichung in den sozialen Medien, dass bekannte Persönlichkeiten wie Elon Musk und Kim Kardashian genau diese Medikamente zur Gewichtsabnahme anwenden, war die Nachfrage weltweit so hoch, dass der Hersteller Novo Nordisk mit der Produktion nicht mehr nachkam und Patientinnen sowie Patienten, die das Medikament im Rahmen ihrer täglichen Therapie angewendet haben, dieses plötzlich in ihrer Apotheke nicht mehr erhalten haben.

Der Engpass besteht aktuell noch immer, weswegen die aktuelle Situation über eine kontinuierliche Behandlung mit Saxenda unklar ist und zurzeit keine neuen Patientinnen und Patienten mit dieser Therapie beginnen sollten.

Für erwachsene Personen hat Novo Nordisk im November 2023 das langwirksame GLP-1-Analogon Wegovy (Semaglutide) – zur Behandlung der Adipositas ab einem BMI von 30 kg/m² oder einem Übergewicht bei einem BMI über 27 kg/m2 bei Vorliegen mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung – auf den Markt gebracht. Wegovy (Semaglutide) enthält genau den gleichen Wirkstoff wie Ozempic (Semaglutide), kann jedoch im Gegensatz zu Ozempic bis zu einer Dosierung von 2.4 mg einmal pro Woche subkutan verabreicht werden und hat somit eine deutlich höhere Wirkung in Bezug auf die Gewichtsreduktion.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Kassenzulässigkeit für Wegovy noch nicht festgelegt, sodass diese Therapie auf eigene Kosten erfolgt. Diese belaufen sich bei Anwendung der niedrigen Dosierungen auf circa CHF 220 pro Monat und bei der Maximaldosierung von 2.4 mg auf circa CHF 265 pro Monat.

Aktuell erwarten wir von Seiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) jeden Tag die Festlegung der Bedingungen, für welche Patientinnen und Patienten diese Therapie von der Krankenversicherung übernommen werden sollte.

Besonders ungünstig ist die aktuelle Situation für Jugendliche ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht ≥60 kg und einer Adipositas gemäss den dafür international akzeptierten Grenzwerten (entspricht einem BMI ≥30 kg/m2 bei Erwachsenen), welche nach Indikationsprüfung und Einleitung einer medikamentösen Therapie als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Ernährung und verstärkter körperlicher Aktivität bereits erfolgreich mit der Anwendung durch Saxenda ihr Gewicht reduzieren konnten, da aktuell keine Ersatzmedikation existiert.

Wir erwarten die Entscheidung von Swissmedic betreffend die Zulassung für Wegovy zur Behandlung der Adipositas bei Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr im Laufe des Monats Februar 2024 – zunächst auf eigene Kosten, bis die Zulässigkeitskriterien vom BAG festgelegt werden.

Mit den aktuellen, auf dem Markt erhältlichen Medikamenten, die aus körpereigenen Sättigungshormonen entwickelt wurden, findet ein grosser Wandel in der Behandlung der Adipositas, statt. Verstärkt durch den Umstand, dass die Nachfrage weltweit aktuell sehr hoch ist.

Eine fachspezifische und persönliche Beratung ist für Patientinnen und Patienten, die eine Adipositas aufweisen, dringend notwendig, sowie die langfristige und regelmässige Begleitung während der Therapie.

Für Auskünfte und Anmeldungen steht Ihnen das Sekretariat des Adipositaszentrum Limmattal gerne zur Verfügung.

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Autorin
Dr. med. Iglika Hübenthal
Ärztliche Leitung Ernährungsmedizin

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